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Im 18. Jahrhundert lebten noch 80% der Menschen auf dem Lande. Heute sind es etwa 50%. Der Anteil der Arbeit in Land- und Forstwirtschaft sank von 80% auf drei.

Nach Jahrhunderten ständigen Wachstums gehen die Einwohnerzahlen in deutschen Dörfern und Städten zurück. Alte Häuser stehen leer, Ortskerne entvölkern sich, gar mancher Landstrich verödet. Möglicherweise war die 1933 begonnene Gebietsreform mit dem Prinzip der “zentralen Orte” schuld an dieser Entwicklung. Zwischen 1965 und 1975 verloren die meisten Dörfer dann ihre jahrhundertelange Autonomie und wurden eingemeindet.

Viele Dorfbewohner erleben seitdem, dass ihnen die einstige Lebensqualität verloren geht: Lebensmittelläden, Gaststätten, Bankfilialen  und Schulen schließen, Vereine haben Nachwuchsprobleme.

Was passiert, wenn am Ende nur die Alten in einem Ort oder Ortsteil verbleiben, das ist in der Republik bereits hinreichend bekannt: Geisterstädte und Mondlandschaften ohne jedes Anzeichen von menschlichem Leben oder Lebensqualität.

Doch es gibt auch einige wenige Gegenbeispiele, Dörfer mit engagierten Bürgern und visionären Politikern, die das dörfliche Zusammenleben neu zu definieren versuchen. Sie bauen Mehrgenerationenhäuser, holen Schulen zurück in den Ort oder machen Dorfgeschichte erlebbar. Der Niedergang kann also aufgehalten werden.

“Wenn das Leben auf dem Land erneut attraktiv werden sollte, dann müssten die Dörfer wieder als Lebensort funktionieren. Dann genügt es nicht, wenn sich in zwölf Kilometern Entfernung ein Lebensmitteldiscounter befindet und ich ein Auto brauche, um dorthin zu kommen. Dann ist es nicht ausreichend, wenn am Morgen ein Schulbus kommt und mein Kind über eine Stunde im Bus verbringt, um das nächste Schulzentrum zu erreichen. Dann ist es nicht ausreichend, dass Menschen, wenn sie älter werden und Hilfe brauchen, in die Stadt ziehen müssen.”  (Dr. Johannes Liess)

Auch Melchiorshausen tut gut daran, den Ort als attraktiv auch für junge Familien herausstellen. Die Einwohnerstatistik und die aktuelle Debatte über den Erhalt der Grundschule zeigen den demographischen Wandel deutlich.

In Melchiorshausen können Kinder geschützt und naturnah aufwachsen, die Wege zu Kindergarten und Schule sind kurz, ganz nach dem Motto “Kurze Beine – kurze Wege!”

Die Selbstständigenquote beträgt in Deutschland knapp 10%. Das bedeutet, dass es auch in Melchiorshausen mit seinen fast 2000 Einwohnern etwa 200 Selbstständige, Freiberufler oder Gewerbetreibende gibt. Der Ort ist dabei immer noch überwiegend handwerklich geprägt. Die größten Arbeitgeber sind die beiden Autohäuser, die Wöhlke EDV-Beratung, sowie die Handwerksbetriebe.

Dem Ziel, den Ort als lebenswerte Wohnstätte gerade auch für junge Familien herauszustellen, hat sich diese Internetseite verschrieben.

Aktiv mit dabei sind bisher Gemeindearchivar Wilfried Meyer, Prof. Dr. Wilfried Wöhlke, Enrico Engelstädter und Karl-H. Heidtmann. Jeder, der mit Ideen, Beiträgen, Bildern, interessanten Informationen oder Angeboten beitragen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

Alles Gute –  Melchiorshausen!

© 2012 Karl-Heinz Heidtmann