Nord 52° 58′ 16” Ost 8° 48′ 3”
Die Karte der „Kurhannoverschen Landesaufnahme“ aus dem Jahre 1773 wurde recht realistisch gezeichnet, vor allem die Beschaffenheit der Landschaft. Schließlich war es die Aufgabe der Kartografen, den Militärs möglichst viele Details einer für sie fremden Gegend zu liefern.
Dort wo sich heute die Melchiorshauser Fuhren auf einer Fläche von 33 Hektar ausdehnen, stand auf der alten Karte „Leester Heide“, mehr nicht. Doch mitten durch diese „Heide“ verlief der „Neue Damm – Poststraße“, die heutige Bundesstraße 6.
Und dieser Neue Damm, wichtiger Verkehrsweg von Bremen nach Süden, wurde immer wieder von feinem Flugsand aus dem Ristedter Moor unpassierbar gemacht. Die ansässigen Bauern sahen sich außerstande, ständig den Sand zur Seite zu räumen. Um 1773 hatte „Melchershausen“, wie es damals noch geschrieben wurde, gerade mal acht Höfe. Sie lagen fast alle im Bereich des heutigen Heideweges. Viel später, um 1850, entschloss man sich, die westlich der Straße gelegenen Sanddünen mit Kiefern zu bepflanzen und so zu befestigen. Es gelang, und so entstanden die „Leester Heid’schen Fuhren“, wie man sie heute noch nennt. Bis dahin gab es hier keinen Wald.
Am 13. November 1972 vernichtete der verheerende Sturm große Teile des Kiefernwaldes. In den folgenden Jahren pflanzte die „Realverband Forstinteressentenschaft Leeste/Melchiorshausen“ neue Kiefern an. Das Totholz und die Stubben wurden in langen Reihen aufgeschichtet. Sie bilden inzwischen den Untergrund der neu entstandenen Waldwege.
Leider schuf man damals wieder eine Kiefern-Monokultur. Nur die wenigen älteren Laubbäume am Waldrand blieben stehen. Bei Anpflanzungen der letzten Jahre besann man sich dagegen auf Buchen und Eichen. Heute ist es das größte zusammenhängende Waldgebiet in Weyhe.
Im östlich der Bundesstraße gelegenen Forst haben die Melchiorshauser Schützen ihren Schießstand und gleich daneben ihre große Schützenhalle. In der Halle und auf dem wunderschön im Wald gelegenen Vorplatz finden alle möglichen Veranstaltungen statt. Zum Beispiel immer am Himmelfahrtstag das beliebte Oldtimertreffen. Dazu Livemusik und alles mitten in den „Leester Heid’schen Fuhren“.